Mitgliederbrief II/2012

M I T T E I L U N G E N             II/2012  26. März 2012
an alle Mitglieder                                                              

Liebe Mitglieder des Kunstvereins Siegen !

Eine fünfköpfige Jury hat Ende Februar 24 Einzelprojekte für den KunstSommer 2012 ausgewählt, die zur Zeit auf einem sehr gelbstichigen A1-Plakat miteinander vernetzt werden. In diesem Jahr war die Anzahl der Bewerbungen merklich zurückgegangen, weil allein für acht (!) Ausstellungsorte – zum Teil wegen Schließung oder Renovierung – keine Bewerbungen abgegeben werden konnten. Außen vor blieben auch die Kandidaten, die sich zu spät zu einer Teilnahme entschieden hatten und somit ihre Bewerbungsunterlagen nicht mehr fristgerecht einreichen konnten. Aber auch auf das 14. KunstSommer – Programm können Sie gespannt sein.
In diesem Jahr gehörten folgende Personen der Jury an:
► Prof. Barbara Christin, Fachhochschule Kaiserslautern, Studiengang    
     Medieninformatik
► Ursula Tesch, Arbeitsgruppe Kunstverein Siegen
► Judith Frey, Kunstvermittlerin, Museum für Gegenwartskunst Siegen
► Petra Oberhäuser, Künstlerin
► Christoph Küppers, Kunstpädagoge

Fee Kleiß mit „World’s Ends“ im Kunstverein Siegen e.V.
Mit der 1984 in Kuchen bei Stuttgart geborenen Fee Kleiß präsentiert der Kunstverein Siegen  eine weitere junge Künstlerin als Gast im Museum für Gegenwartskunst. Nach ihrem Studium der Bildenden Kunst an der Kunsthochschule Mainz bei Prof. Anne Berning, studierte sie ab 2009 an der Universität der Künste in Berlin bei Prof. Pia Fries und Prof. Valerie Favre, deren Meisterschülerin sie seit Januar 2012 ist. Nach dem Förderpreis der Landesbank Rheinland Pfalz (2007) und dem Förderstipendium der Johannes von Gutenberg Universität Mainz (2009) erhielt Fee Kleiß in 2011 den ‚Regina Pistor-Preis’, der mit einem Preisgeld, Katalog und einer Ausstellung verbunden war. Gerade diese frühen Auszeichnungen und die Präsentationen eigener Werke in Einzel- und Gruppenausstellungen sind für junge Künstlerinnen und Künstler ein großer Gewinn, um die künstlerische Kraft zu testen, auszuarbeiten und experimentierend auf neue Wege zu lenken. Zielstrebigkeit und Herausforderung sind und bleiben Motor künstlerischer Existenz und Experimentierfreudigkeit.
Malerei und installative Arbeiten werden im Zentrum der Ausstellung „World’s Ends“ stehen. Der gesetzte Plural im Titel verblüfft, denn ein Weltende reicht aus, um alles Lebendige in Schutt und Asche zu legen. Ein gewagtes Wortspiel? Oder eine Überhöhung, die die Tragkraft dieser Endzeitvision in vielen Facetten darlegt? Fee Kleiß überhöht die Tragweite des Geschehens, indem sie jeden einzelnen Akt des Vernichtens als ein unabdingliches Ende auffasst.

In ihren malerischen und installativen Motiven dominiert der Weltuntergang in der Landschaft, in der Elend und Chaos herrschen, die das Ende der Welt einläuten. Der Mensch bleibt in diesen Bildern außen vor. Er wird aus einer imaginären Zuschauerposition als Beobachter und nicht mehr als Eingreifender in dieses Szenario integriert.
Die Auflösung der Welt zeigt sich in reduziert angelegten Motiven, die Baumstümpfe, klägliche Waldstücke und neue Symbiosen wie die „Nadelbirke“ entstehen lassen. Hin und wieder drängt sich ein roter Luftballon ins Bild, der nicht minder einen Rettungsweg aus der Ausweg- losigkeit der sich auflösenden Welt vorgeben kann. Die Künstlerin setzt  einen punktuellen Akt des Abschiednehmens präzise in ein desolates Stück sterbende Natur um, unterlegt mit einer Farbmischung, die den gewalttätigen Zerstörungsakt ohne Widerspruch spiegelt. Und doch verweist Fee Kleiß mit ihren Arbeiten auch auf eine lustige und ästhetische Ebene, die nicht so sehr eine Endzeitstimmung beschwört.

Fee Kleiß sagt: „ Mich hat der Weltuntergang als Thema gereizt, weil er mich dazu inspiriert hat, mir verschiedene Möglichkeiten auszudenken wie es aussehen könnte, wenn die Welt untergeht. Anlass waren Prophezeiungen, speziell für Dezember 2012, meistens sehr abstruse Verschwörungstheorien. Der Mars soll auf die Erde knallen, der Maja-Kalender hört auf, Nostradamus, Gamma-Blitze, Außerirdische, neue Eiszeit, Killerbienen, Machtergreifung durch Roboter – das ist eine unglaubliche Vielfalt an Erzählungen. Mir gibt das Thema jede Menge Freiheiten für die Malerei. Ich muss mich z.B. nicht um Schwerkraft kümmern. Ein Nadelbaum ist nicht unbedingt ein Nadelbaum  – er kann auch eine Birke sein, wenn er möchte. Meistens ist der Weltuntergang in  meinen Arbeiten sehr ruhig und unspektakulär. Es sind meist ästhetische Szenarien, in
denen sich Gegenstände auflösen oder der Horizont kippt.“

Zur Einführung spricht Prof. Dr. Jean-Christophe Ammann, Kunsthistoriker, Kurator und langjähriger Direktor des Museums für Moderne Kunst (MMK) in Frankfurt/M. Lassen Sie sich, wenn Sie es irgendwie einrichten können, nicht die Ausstellungseröffnung entgehen. Wer Prof. Dr. Ammann schon einmal gehört hat, wird gerne kommen. Seine direkte, plastische und vor allem lebendige Sprache vermag die Schlüssel zum Verständnis von Kunstwerken zu liefern, die sich mancher wünscht.

Eine Gesprächsführung mit der Künstlerin findet im Rahmen des KunstSommers 2012 am Sonntag, dem 20. Mai 2012, um 15.00 Uhr in der Ausstellung statt.

Tagesfahrt zur „dOCUMENTA (13) nach Kassel am 23. Juni
Kunstverein Siegen in Kooperation mit der VHS der Stadt Siegen
Ab dem 9. Juni 2012 kehrt die documenta mit der 13. Ausgabe in das Blickfeld der Kunstöffentlichkeit zurück. Für 100 Tage steht die Stadt Kassel im Mittelpunkt der internationalen Kunstszene, weltweit die größte Präsentation zeitgenössischer Kunst, für die die künstlerische Leiterin Carolyn Christov-Bakargiev (1957 in Ridgewood, New Jersey, USA, geboren) verantwortlich zeichnet. Das ‚Museum der 100 Tage’ ist für sie ein „offenes Experimentierfeld jenseits etablierter Konzepte, überkommener Ideologien und eindimensionaler Theorien.“
Die dOCUMENTA (13) setzt wieder auf überraschende Ausstellungsorte, denn neben Fridericianum, documenta-Halle und Karlsaue werden noch  weitere Standorte für die Präsentation der ausgewählten Kunst aktiviert.
Die TeilnehmerInnen dieser Kunstfahrt erhalten eine ca. zweistündige Führung in der documenta-Halle, die keine Überblicksführung sein kann, sondern eine themenspezifische Tour ist, die vom ausgewählten Standort vorgegeben wird.
Aufgrund der hohen Gesamtkosten gibt es keine Gruppenermäßigung.
Die Kosten für Busfahrt, Eintritt und Führung betragen                   55.- EUR
Für Mitglieder des Kunstvereins Siegen                                           50.- EUR
Für Schüler und Studenten (nur mit gültigem Ausweis)                   45.- EUR

Abfahrt ab Parkplatz P+R gegenüber der Siegerlandhalle: 7.00 Uhr
Rückfahrt ab Kassel nach Siegen: 18.00 Uhr
Weitere Informationen und Anmeldungen zu dieser Fahrt bis zum 21. Juni 2012 im Geschäftszimmer des Kunstvereins unter Tel.-Nr.: 0271 21624          
oder per E-Mail: info@kunstverein-siegen.de

Am 6. Mai 2012 ist der kunstchaos in aller Munde
Der 3. Siegener Kunsttag nimmt Formen an. Der Flyer wird ab Anfang April 2012 verschickt und ausgelegt. Mitte des Monats wird plakatiert, um Tag und Nacht auf dieses Ereignis hinzuweisen. Am 26. April 2012 werden die einzelnen Kunst-Projekte den örtlichen Medienvertretern vorgestellt. Auch auf den Homepages der Veranstalter werden Sie Informationen zum Kunsttag finden. Klinken Sie sich ein !!!

Mitglieder des Kunstvereins stellen – woanders – aus

  • Silke Krah u.a.: „Fashion Goes Art“, STEFANEL SHOP, Hamburg, bis zum 22. April 2012.
  • Ulrich Langenbach u.a.: „Blätterwald oder Die Quintessenz des Buches“, PROJEKTRAUM,Deutscher Künstlerbund, Berlin, vom 30. März bis zum 1. Juni 2012 / „wordgewand. Sprache in der Kunst“, STÄDTISCHE GALERIE IM SCHLOSSPARK, Herne, vom 31. März bis zum 20. Mai 2012 / „Gebietsweise“ (zus. mit Jochem Ahmann), GALERIERAUM, Freie Akademie der Bildenden Künste, Essen, vom 25. Mai bis zum 22. Juni 2012.
  • Herb Schwarz u.a.: „Augenreise in die Welt“, VERDI-BILDUNGSZENTRUM, Gladenbach, vom 12. April bis zum 31. Mai 2012 / „Deutsch-Französische Kunst- und Künstlerbegegnung 2012“, Kunstmesse: 56. SALON INTERNATIONAL, Beziers, vom 12. bis 20. Mai 2012.
  • Reza Momen: „Skyland“, Malerei, GALERIE ALFRED MERKELBACH, Düsseldorf, vom 20. April bis zum 3. Mai 2012.
  • Gerhard Theis/Annette Theis: „Glanz und Farbe“, Metallskulpturen und Malerei, LADENLOKAL OBERGRABEN 25 (unterhalb Villa Sauer), Siegen, vom 20. April bis zum 13. Mai 2012.
  • Gisela Denninghoff: „Urplötzlich“, ATELIERHAUS RAUM 6, Darmstadt, 5. bis 13. Mai 2012.
  • Leena Römer, „Es blüht …“, Malerei, WOHNGUT OSTERSEIFEN, Olpe, vom 13. bis zum 29. Mai 2012 / „Raum und Stille“, Malerei, PYHÄN RISTIN KIRKKO, Rauma, Finnland, vom 1. Juni bis zum 1. Juli 2012.

Mit besten und frühlingswilligen Grüßen
Ihre
Albrecht Thomas, 1. Vorsitzender     &     Franz-Josef Weber, Geschäftsführer

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