Flyer zur Ausstellung 

Julius Brauckmann

Deadline
08. Oktober – 12. November 2017
Di – Sa 14 – 18 Uhr, So- und feiertags 11 – 13 und 14 – 18 Uhr
Telefon in der Ausstellung: 0271 404 1447
Führungen für Gruppen unter 0271 216 24 anmelden.

Julius Brauckmanns vielseitige Arbeiten eint die Reflexion über wiederkehrende Themen. Der Künstler arbeitet mit verschiedenen Medien und schafft dennoch ein  zusammenhängendes Werk, in dem bestimmte Aspekte immer wieder auftauchen. Ähnlich wie bei der Konzeptkunst steht für ihn die Idee im Vordergrund; das ausgewählte Medium dient lediglich ihrer Realisierung. Brauckmann greift aktuelle Themen aus den Medien und des Kunstbetriebs auf und thematisiert diese mittels Fotografien, Videos oder auch raumgreifenden Installationen. So reflektiert Brauckmann in seinen Arbeiten beispielsweise den Prozess des Kunstschaffens und Ausstellungsbetriebs als solches. Er spielt auf Absurditäten an, die den Markt beherrschen und auch im Rahmen von Ausstellungen eine Rolle spielen. Brauckmanns Videoarbeit Namedropping hinterfragt den Marktwert von Künstlern, indem ein Papagei die, laut ArtFacts, 50 erfolgreichsten Künstler aufsagt. In anderen Arbeiten stellt der Künstler die Sehgewohnheiten der Betrachter auf die Probe. Mittels des Filmschnitts manipuliert er in der Arbeit 1-49 die Lottoziehung oder kaschiert in einer Videoinstallation Haushaltsgeräte so, dass geometrisch abstrakte Bilder entstehen.
Bei der Umsetzung seiner Ideen arbeitet der Künstler oftmals mit einfachsten Materialien, um den maximalen Effekt zu erzielen und die Betrachter über die tatsächliche  Beschaffenheit der Dinge zu täuschen.
Bemerkenswert ist außerdem, dass sich Brauckmanns Sinn für Humor wie ein roter Faden durch seine vielschichtigen Arbeiten zieht. Mal ist es ein Video, das den Betrachter irritiert zurücklässt oder eine Installation, die ihn zum Schmunzeln bringt. Diese Zugänglichkeit seiner Arbeiten ermöglicht es dem Künstler, subtil Kritik zu üben und Fragen zu stellen.
Auch der Titel der Ausstellung Deadline liest sich als Verweis auf die Produktionsbedingungen im Kunstbetrieb und ganz konkret auf den eigenen Arbeitsprozess.
(Constanze Zawadzky)

Preisträger des Sparkassen-Preises „Junge Kunst 2017“
Der Kunstpreis „Junge Kunst 2017“, der von der Stiftung der Sparkasse Siegen für Kunst und Kultur aus Anlass des 175jährigen Bestehens der Sparkasse Siegen in Kooperation mit dem Kunstverein Siegen e.V. eingerichtet und ausgelobt wurde, soll auch zukünftig im Abstand von zwei Jahren als Preis für freischaffende Künstlerinnen und Künstler am Anfang ihrer künstlerischen Laufbahn unter der Bezeichnung „Junge Kunst“ vergeben werden. Die Jury hat aus 22 Bewerbungen einstimmig Herrn Julius Brauckmann, Düsseldorf, Absolvent der Kunsthochschule für Medien in Köln, zum ersten Preisträger ausgewählt.
Die Jury begründet ihre Entscheidung wie folgt: 
Julius Brauckmann refl ektiert, kritisiert und persifl iert in seinen künstlerischen Versuchsanordnungen Fragen aus unterschiedlichen Lebensbereichen. Die zugrunde liegende Konzeption überzeugt ebenso wie die Realisation seiner ausgefallenen Ideen.
Er erzeugt neue Informationen, hebt Widersprüche auf, schafft absurde Situationen, provoziert kritische Fragen und erzeugt teilweise Irritationen, indem er verschiedene Realitätsebenen miteinander verknüpft. Dabei reduziert er Inhalt und Form seiner Kunstwerke auf einfache, übersichtliche und nachvollziehbare Strukturen. Seine sich von immensem Ideenreichtum auszeichnenden Arbeiten erfüllen hohe ästhetische Ansprüche. Bei aller Ernsthaftigkeit flackert darin feinsinniger Humor auf. 

Zusammensetzung der Jury:
Wolfgang Suttner (Vorsitzender)
Kulturreferent Kreis Siegen-Wittgenstein a.D.
Sprecher Deutscher Kunstrat, Berlin

Prof. Dr. Ursula Blanchebarbe
Direktorin Siegerlandmuseum Oberes Schloss, Siegen

Christian Freudenberger
Professor für Malerei und Druckgrafi k,Universität Siegen

Ulrich Kaßburg
Sparkassendirektor, stellv. Vorstandsmitglied der Sparkasse Siegen

Albrecht Thomas
1. Vorsitzender Kunstverein Siegen e.V.

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