Armin Weinbrenner: Der Bauch der Nacktschnecke

Armin Weinbrenner, o.T., Öl/Druckfarbe auf Acrylglas, 2010Malerei und Grafik
28. Mai bis 2. Juli 2010

Galerie S, Siegen, Weidenauer Str. 167
(Kooperation Kunstverein & Sparkasse Siegen)
Öffnungszeiten: Mo.-Fr. 8.30-12.30 Uhr und 14-18 Uhr

Für die zweite Ausstellung haben Kunstverein und Sparkasse Siegen den in Münster lebenden Künstler Armin Weinbrenner in die Galerie S eingeladen. Malerei hinter Acrylglas und Holzschnitte stehen im Zentrum dieser Präsentation.
Armin Weinbrenner, o.T., Öl/Druckfarbe auf Acrylglas, 2010Der Kunsthistoriker Dr. Stephan Trescher schreibt zu den Arbeiten des Künstlers: „Das Erstaunliche an der Kunst Armin Weinbrenners ist nicht allein seine Experimentierfreude im Umgang mit den verschiedensten Materialien und Techniken, sondern wie viel von der Bildauffassung, aber auch von seiner Arbeitsweise beim Wechsel der Technik und des Bildgrundes erhalten bleibt, wie viel buchstäblich vom einen Medium auf das andere abfärbt. Das läßt sich im direkten Vergleich der großformatigen Holzschnitte mit den raumgreifenden neuen Gemälden hinter Acrylglas bestens studieren.
Armin Weinbrenner, o.T., Öl/Druckfarbe auf Acrylglas, 2010Der Oberflächenreiz bleibt auch in Weinbrenners Hinterglasbildern ein wesentliches Element – nur ist er hier den übrigen Bildern des Künstlers diametral entgegengesetzt. Die Bildvorderseite ist jetzt spiegelglatt. Nicht schrundig rauh, zerborsten, eingekerbt und zerfurcht wie in seinen Farbrelieftafeln aus Holz, aber auch nicht von jener papierenen kühlen Glätte, von der sich spürbar die in Schichten gedruckte Farbe abhebt, wie in seinen Holzschnitten.
In den Hinterglasbildern spielt sich die Umkehrung jener bildnerischen Prozesse ab, die Weinbrenners übriges Schaffen prägen. Denn keineswegs handelt es sich bei den Bildern hinter Acrylglas um reine Oberflächenphänomene, wieder schichtet der Künstler Farbe über Farbe. Nur tut er das diesmal in umgekehrter Reihenfolge als der schlussendlich sichtbar werdenden: Die Farben, die er als erstes aufträgt, was sonst also im Hintergrund bliebe, treten so als vorderste Bildebene am deutlichsten in Erscheinung. Hinzu tritt ein gestisches Element, bei dem man geneigt wäre, von Pinselschwüngen oder gar –hieben zu sprechen, wüßte man nicht, dass Armin Weinbrenner, o.T., Öl/Druckfarbe auf Acrylglas, 2010sie ganz anders entstehen, nämlich aus Walz- und Spachteltechniken. Mit ihnen erreicht der Künstler einen erstaunlichen Eindruck von Spontaneität – und bringt die Farben ungeheuer zum Leuchten.
Hier wie dort, in Holzschnitte wie in Hinterglasbildern, bleibt Armin Weinbrenner in seinen Bildern der Schönheit auf der Spur, der Schönheit als einem die Grenzen der Oberfläche überschreitenden Phänomen, alle rationale Tektonik, harmonische Proportion und sinnlichen Reiz hinter sich lassenden Schönheit – also letztlich einer Form der Transzendenz.“

Armin Weinbrenner, o.T., Öl/Druckfarbe auf Acrylglas, 2010Armin Weinbrenner wurde 1965 in Siegen geboren. Von 1986 bis 1992 studierte er an der Fachhochschule Münster, Fachbereich Design, und legte bei Prof. Wolfgang Troschke sein Examen ab. 1993 begann seine Tätigkeit als freischaffender Maler und Holzschneider. Von 1994 bis 2004 hatte er sein Atelier in Köln. Stipendien, Preise, Studienaufenthalte, Beteiligung an internationalen Kunstmessen und zahlreiche Ausstellungen im In- und Ausland begleiten seinen künstlerischen Werdegang. Seit 2004 lebt und arbeitet Armin Weinbrenner in Münster. 

Armin Weinbrenner, o.T., Öl/Druckfarbe auf Acrylglas, 2010Die Ausstellung ist eine Kooperation mit der Galerie Wolfgang Weiss in Siegen und findet im Rahmen des KunstSommer 2010 statt.
Zur Ausstellung werden kleine Holzschnitte in limitierter Auflage zum Thema ‚Fischköppe und anderes Getier‘ angeboten.
Führungen für Gruppen und Schuklassen bitte unter 0271 21624 oder 0271 596-5533 anmelden.

www.armin-weinbrenner.de

Armin Weinbrenner, o.T., Öl/Druckfarbe auf Acrylglas, 2010Armin Weinbrenner, o.T., Öl/Druckfarbe auf Acrylglas, 2010

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