Ulrike Donié

Metamorphosen
Malerei
4. März bis 8. April 2011
Galerie S, Siegen, Weidenauer Str. 167 (Kooperation Kunstverein & Sparkasse Siegen) Öffnungszeiten: Mo.-Fr. 9.00-12.30 und 14.00-18.00 Uhr

Im Jubiläumsjahr – 25 Jahre Galerie S – haben Kunstverein und Sparkasse Siegen die Künstlerin Ulrike Donié für die erste Ausstellung 2011 in die Galerie S eingeladen. Ihre Malerei lässt im wahrsten Sinne des Wortes ‚tief’ blicken, denn die meisten ihrer Bilder lassen eine Unterwasserwelt aufleuchten, die es in Wahrheit so nicht gibt, aber vorstellbar ist. So gesehen ist der Titel „Metamorphosen“ ein mit Überzeugungskraft gewählter, denn die gezeigte Motivik spielt mit der Fiktion und fordert die Einbildungskraft des Schauenden heraus.

Prof. Dr. Frank Günter Zehnder kommt in seinem Katalogtext „Der ständige Kreislauf – Zur ambivalenten Kunst von Ulrike Donié“ zu folgendem Resümee:
„Zusammenfassend kann man in den Bildern von Ulrike Donié geradezu eine Dramaturgie des gemalten Geschehens, der Farben und des Bildaufbaus ausmachen. Es passiert viel, ohne dass man genau sagen könnte, was wem wie geschieht. Zu vielseitig sind die Populationen, die assoziierbaren Bewegungsabläufe, die Potentiale und die Irritationen. Bei aller Schönheit von Form, Farbe und Bildstruktur geht doch eine Beunruhigung von den dargestellten vorgestellten (sic!) Bildwelten aus. Die Malerin schafft variantenreiche Kompositionen, die als Synonyme für die sich nie wiederholenden Situationen in Meerestiefen, Höhlengewässern und Brackwassern gelten mögen, die in sich stimmig sind, obwohl sie kaum stimmen werden. Man wagt sich kaum noch an dieses Wort heran, aber die Malerei zeigt trotz inhaltlich großer Fremdheit und trotz der Überlebenskämpfe etc. einen hohen Grad an Harmonie. Manche Betrachter mögen voll Neugier tiefer eintauchen wollen, andere lieber gleich zurückschrecken, – ein Verhalten, das man immer wieder vor diesen Werken beobachten kann. Licht, Leuchten und Sonne stehen gegen Dunkelheit, Unheimliches und Geheimnis, Räumlichkeit gegen Unendlichkeit, Schöpfung gegen Vergänglichkeit, Selbsterhaltung gegen Selbstverzehr. So berühren diese Bilder das Schöne wie das Hässliche, Herbeigesehntes wie Verdrängtes. Gerade der von der gelungenen Malerei zurückgedrängte Charakter des Morbiden verbindet die Sequenzen mit dem Bildthema der ‚Natura Morta’, die sich seit dem 17. Jahrhundert zahlreichen gemalten Metaphern zur Vergänglichkeit des Lebens geäußert hat. Ulrike Donié widmet sich diesem Menschheitsthema auf ihre ganz autonome und authentische Weise, indem sie rational wie emotional aus Erforschtem und Erfundenem Kompositionen erarbeitet, die über die instinktiv gesteuerten Bildereignisse wie Kampf, Flucht, Tod etc. Visionen einer geheimnisvollen Ästhetik und großer Ausgewogenheit legt. Ihre Bilderserien und Einzelwerke, – die im Übrigen oft beim Hören der Musik von Bach, Händel und vor allem der Opern Wagners entstehen -, konfrontieren auf anspruchsvolle Weise mit den unangenehmen Themen von ständiger Gefährdung und unendlichem Tod. Vor allem lenken sie das Denken und die Empfindung auf die Gewalt der Schöpfung und sprechen damit ganz unprätentiös von Gott.“

Ulrike Donié wurde 1961 in Saarbrücken geboren. Sie nahm Mal- und Zeichenunterricht bei Helmut Vakiliy in München und bei Rolf Viva und Annegret Leiner in Saarbrücken. Zahlreiche Ausstellungen in Museen, Galerien und Kunstvereinen im In- und Ausland dokumentieren ihren künstlerischen Werdegang.
Die Künstlerin lebt und arbeitet als freischaffende Malerin in Hennef / Sieg.

Zur Einführung spricht Frau Dr. Andrea Nisters, Kunsthistorikerin aus Speyer.

Führungen für Gruppen und Schulklassen bitte unter 0271 21624 oder 0271 596-5533 anmelden.

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