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„Screenings“: Fortsetzung mit Künstlerin Wagehe Raufi

 
Der Kunstverein Siegen präsentiert in der Ausstellungsreihe „Screenings“ im Schaufenster Installationen zeitgenössischer Künstler*innen, die jederzeit von außen sichtbar sind. Die zweite eingeladene Künstlerin ist Wagehe Raufi (*1990, Dissen am Teutoburger Wald). Sie konstruiert multimediale Installationen, indem sie vorgefundene Objekte und eigene skulpturale Werke mittels Fotogrammetrie Software erfasst und sie miteinander kombiniert.
 

Installationsansicht: Wagehe Raufi, Flat Extractions, 2021

Gegenständliche Formen werden vom dreidimensionalen in den zweidimensionalen Raum übertragen; Farben, Formen und Texturen reagieren dabei unabhängig voneinander. Durch die spielerische Herangehensweise erschafft Raufi amorphe Strukturen und brüchigen Oberflächen; digitale Objekte lösen sich auf, gehen ineinander über, aber wirken in ihrer Gesamtheit körperlich. Die Fläche erfasst wiederum den realen Raum im Schaufenster und binden den öffentlichen Raum mit ein. Das Schaufenster, in dem die Installationen „Flat Extraction“ gezeigt wird, nutzt Raufi als Diorama. Im Fokus der Installation steht die Verschränkung zwischen dem Organischen und Synthetischen, dem Analogen und Digitalen. Die Aufhängung der verschiedenen Materialien zerlegt ihre ursprünglichen Formen und ermöglicht einen Blick auf Neues. Die Rezipierenden befinden sich in einem konstanten Sog der ständigen Erweiterung einer scheinbar nicht endenden Bildoberfläche.

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Neue Ausstellungsreihe des Kunstvereins: „Screenings“ ab jetzt im Schaufenster im Haus Seel

Der Kunstverein Siegen präsentiert ab sofort eine neue Ausstellungsreihe „Screenings“ im Schaufenster im Haus Seel. Im monatlichen Wechsel werden aktuelle Positionen zeitgenössischer Kunst jederzeit von außen sichtbar gezeigt. Der erste eingeladene Künstler Alwin Lay (*1984 in Lugosch, Rumänien) arbeitet mit und über die Medien Fotografie, Video, Installation und Skulptur.

Installationsansicht: Alwin Lay, Roter Teppich / Heckantrieb / BIC-Lucky, 2021.


Ausgangspunkt ist dabei das Objekt als Projektionsfläche für Sehnsüchte, Wünsche und Erwartungen. Oftmals kommt es zu kleinen, nicht offensichtlichen, jedoch wohlplatzierten Fehlern, geplanten Modifikationen und surrealen Leerstellen. Dabei choreografiert er mit hoher Präzision alltägliche Gegenstände in räumlichen Situationen, die sich im Prozess anders entwickeln als gedacht. Diese Art des Vorführens hinterlässt beim Publikum nicht nur einen Irritations- oder sogar einen Enttäuschungsmoment, sondern oft auch eine Identifikation der Rezipierenden mit dem Gezeigten: Die präzise inszenierten und überdimensionierten Objekte scheinen geradezu menschliche Eigenschaften zu tragen – und zwar jene, die die Betrachter*innen ihnen selbst zuschreiben. Darin enthalten: Momente des Scheiterns, der Tragik, des Humors.
Die Präsentation Roter Teppich / Heckantrieb / BIC-Lucky in den Siegener Räumlichkeiten handelt von dem Moment der Kontemplation: Der rote Teppich im Augenblick des Auftritts (z.B. der Weg zur Premiere), der Tritt, der dabei ins Wasser fällt, die Raucherpause und der Kavalierstart des Vorderreifens eines heckangetriebenen Autos. Das alles sind Momente in einer unerfüllten Schwebe.

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